Die Wissenschaft des Yoga

Yoga ist eine jahrtausende alte Wissenschaft, die erstmals in der großen Schriftensammlung der Vedanta (tlw. bis 2500 vor Christus) erwähnt wird. Den ersten archäologischen Beweis bilden Steinsiegel in Yoga-Positionen (Asanas), die etwa auf 3000 v. Chr. datiert werden. Die ersten Yogis (Praktizierende des Yoga) strebten danach, die grundlegenden Fragen des Lebens zu beantworten und sich selbst zu erkennen.

Durch Yoga wurde eine Möglichkeit gefunden, die körperlichen und geistigen Fähigkeiten des Menschen weiter zu entwickeln.

 

In der Devananda Yogaschule wird die im Westen am häufigsten praktizierte Art des Yoga, Raja-Yoga, gelehrt und praktiziert. Es beinhaltet unter anderem das weitläufig bekannte Hatha-Yoga (Atmung, Entspannung, Körperübungen).

 

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Sadhu mit Mala
Sadhu mit Mala

Körperübung (Asana)
Körperübung (Asana)

Asana "Der Halbmond"
Asana "Der Halbmond"

Sadhu mit Mala
Sadhu mit Mala

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Die vier klassischen Yogawege​​

Raja Yoga

Hierbei werden durch Körperübungen, Atem- und Energietechniken (Hatha-Yoga), Konzentration und Meditation das körperliche und geistige Potential so verwendet, dass es zu mehr Wohlbefinden, höherer Leistungsfähigkeit und letztlich Selbsterkenntnis führt. In dem von Yogi Patanjali verfassten Yoga Sutra, der maßgeblichen Abhandlung des Raja Yoga, definierte er acht Schritte, die sogenannten acht Glieder des Yoga (Ashtanga);

1. Yama: Richtiges soziales Verhalten in der Gesellschaft; Gewaltlosigkeit, Wahrhaftigkeit, Nichtstehlen, Sinneskontrolle und Unbestechlichkeit


2. Niyama: Persönliche Lebensregeln; Reinheit, Zufriedenheit, Selbstdisziplin, spirituielles Studium und Hingabe


3. Asana: Körperbeherrschung


4. Pranayama: Kontrolle der Lebensenergie (Prana) durch Atemtechniken


5. Pratyahara: Fähigkeit, den Geist von der äußeren Welt nach innen zu lenken


6. Dharana: Konzentration


7. Dhyana: Meditation


8. Samadhi: Kontemplation

Die Schritte 7 und 8 sind die Resultate der vorangehenden sechs Schritte. Sie beschreiben den Zustand der Selbst-Erfahrung.


 

Karma Yoga​​

Das Wort Karma (Sanskrit) bedeutet wörtlich Tat, Wirken und bezeichnet die (Rück-)
Wirkungen von Handlungen und Gedanken. Karma Yoga ist der Weg des (selbstlosen) Handelns, des Dienens.

Bhakti Yoga

Bhakti Yoga ist der Weg der Hingabe, der Liebe. Wobei es nicht um Sentimentalität, sondern viel mehr um Reinigung und Umwandlung der Emotionen geht. Bhakti Yoga reinigt und öffnet das Herz und lässt somit wahre (selbstlose) Liebe wachsen.

Jnana Yoga

"Jnana" bedeutet "Wissen". Jnana Yoga ist der Weg des Intellekts, der zum Wissen über das Selbst führt. Ist das Selbst erst einmal erkannt, so ist alles erkannt. Diese Aussage rührt aus der Philosophie des Vedanta her, nach der die einzige Wirklichkeit das höchste Bewusstsein ist.

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Asana (Körperübungen)

Viele Menschen im Westen verbinden mit Yoga hauptsächlich Körperübungen, weil sie diese meist als erstes kennenlernen.
Im klassischen Hatha- und Raja-Yoga sind sie die dritte von acht Stufen der Entwicklung.

 

Asanas sind Körperstellungen, die den Energiehaushalt stimulieren und helfen, geistige Spannungen zu lösen und zu innerer Ruhe zu gelangen.

Die Diashow zeigt die traditionelle Übungsreihe von Rishikesh, welche die Basis unseres Unterrichts in Hatha-Yoga bilden.

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Pranayama 

Kontrolle, Aufbau und Lenkung des Prana (Lebensenergie) durch Atemtechniken, Bandhas (Energieverschlüsse) und Mudras (Körper- bzw. Fingerstellungen).

 

Das Wort Prana bedeutet Lebens- bzw. Vitalenergie, Ayama Kontrolle. Der Begriff Pranayama bezeichnet im Yoga verschiedene Atemtechniken, die zu einem höheren Energiepotential, stärkerer Willenskraft, Zielstrebigkeit, gesteigerter Konzentrationsfähigkeit und innerer Gelassenheit führen.

In Patanjalis Yogasutra, das heutzutage als Standardwerk des Yoga gilt, stellt Pranayama das vierte Glied des klassischen Raja-Yoga dar.

Aufgrund der intensiven Wirkung der Techniken sollten diese ausschließlich unter Anleitung eines erfahrenen Lehrers erlernt werden. 

Richtig ausgeführt jedoch wirkt es in höchstem Maße positiv auf Körper und Geist. So kann korrekte, behutsame Praxis den Blutdruck, die Herzfrequenz, sowie den Stoffwechsel regulieren und das allgemeine Wohlbefinden massiv steigern.

 
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Meditation

Die klassische Meditation, wie sie im Yoga, Qi Gong und im Zen gelehrt wird, ist die intensivste Übung zur Bewusstseinsbildung. Sie ist nicht zu verwechseln mit Tiefenentspannung, autogenem Training, Trance, Hypnose oder Suggestion (geführte Meditation).

Meditation ist ein Zustand der inneren Ruhe und Einheit, der uns auf eine höhere Ebene des Bewusstseins führt und den Geist der Intuition öffnet. Dieser Bewusstseinszustand kann nur durch geduldiges Üben erreicht und nicht aktiv herbeigeführt werden. Er tritt ein, wenn bestimmte Voraussetzungen geschaffen wurden.

Erst wenn die Gedanken zur Ruhe kommen, ist es möglich in den Zustand der Meditation einzutreten.

"Ein Gramm Praxis ist wertvoller als eine Tonne Theorie."

- Swami Sivananda